Fondsgebundene Lebensversicherung
Die fondsgebundene
Lebensversicherung, auch Fondspolice genannt, gibt es bereits
seit Anfang der Siebzigerjahre und war eine Reaktion der Versicherungsgesellschaften
auf den Erfolg eines Fonds von IOS.
Gegenüber der herkömmlichen Kapitallebens- und Rentenversicherung
haben Sie bei einer Fondspolice die Möglichkeit, selbst zu
bestimmen, wie Ihre Beiträge - nach Abzug der Kosten für
den Todesfallschutz, der Verwaltungs- und der Abschlusskosten -
angelegt werden. Zur Verfügung stehen Ihnen Aktien-, Renten-
oder Immobilien- und jetzt auch Dachfonds.
Die Auszahlung aus Ihrer Fondspolice erfolgt am Ende der vereinbarten
Laufzeit in einer Summe oder als monatliche Rente oder in Form der
Übertragung der vorhandenen Fondsanteile.
Nach dem Untergang von IOS schwand auch das Interesse an den Fondspolicen
und kehrte erst wieder Mitte der Achtzigerjahre zurück, als
die ersten Ablaufleistungen fällig waren und so interessante
Ergebnisse brachten, dass die Versicherungsgesellschaften dies gern
als Werbeargument nutzten. War doch zu diesem Zeitpunkt das Interesse
der Kunden an einer Kapitallebensversicherung gerade mal wieder
gering. Doch so richtig stieg das Interesse erst, nachdem seit 1995
immer mehr Anbieter aus Frankreich und England auf den deutschen
Versicherungsmarkt drängen.
Fondspolicen sind leider nicht so klar zu unterscheiden und zu
gleichen, wie dies bei einer Kapitallebens- oder Rentenversicherung
der Fall ist. Denn im Gegensatz zu den beiden anderen spielen Eintrittsalter
und Geschlecht überhaupt keine Rolle. Vielmehr sind die Kostenstruktur
und die gewählten Fonds sowie die Entwicklung des Kapitalmarkts
entscheidend, wie viel Geld Sie aus einer Fondspolice einmal herauserhalten.
Die vielen Anbieter in Deutschland gehen bei ihren Hochrechnungen,
die sie ebenfalls zu Werbezwecken nutzen, von maximal 9 Prozent
jährlichem Wertzuwachs aus. Ob diese aber auch wirklich zu
erreichen sind, hängt wieder von vielen Faktoren ab.
Gerade bei Fondspolicen ist die Kostenstruktur nur schwer erkennbar.
Lediglich eine Hochrechnung mit einem unterstellten Wertzuwachs
von 0 Prozent ließe erkennen, welche Kosten die Police belasten.
Darüber hinaus belasten natürlich auch die Aufwendungen
für die eingeschlossene Risikolebensversicherung das Ergebnis.
Je geringer die Risikolebensversicherung gewählt wurde, umso
mehr fließt vom monatlichen Beitrag in die Fondsanlage. Und
je besser Fonds
sind, in denen der Restbetrag angelegt ist, umso mehr werden Sie
später aus der Fondspolice erhalten - wenn der Kapitalmarkt
mitspielt.
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